Am Dienstag stimmte das Plenum mit großer Mehrheit für die Freigabe von insgesamt 144,1 Mio. € an EU-Mitteln zur Unterstützung von Spanien, Rumänien und Zypern nach verheerenden Waldbränden, Überschwemmungen und Hitzewellen im Jahr 2025. Mit 642 Stimmen dafür, 13 dagegen und einer Enthaltung unterstützten die Abgeordneten den vorgeschlagenen Auszahlungsbeschluss aus dem Europäischen Solidaritätsfonds (EUSF), der wie folgt verteilt wird: Spanien: 120,55 Mio. € Rumänien: 14,34 Mio. € Zypern: 9,21 Mio. € Spanien und Zypern haben bereits Abschlagszahlungen erhalten (30 Mio. € bzw. 2,3 Mio. €), um die ersten Wiederaufbau- und Sofortmaßnahmen zu unterstützen. Die EU-Unterstützung dient der Finanzierung von Notfallmaßnahmen, darunter: Wiederherstellung lebenswichtiger Infrastruktur und öffentlicher Dienste, Bereinigung und Wiederherstellung von von Katastrophen betroffenen Gebieten, Bereitstellung von Notunterkünften, Rettungsdiensten und anderen dringenden Wiederaufbaumaßnahmen. Hintergrund zu den Ereignissen: Spanien war von anhaltender Dürre, intensiven Hitzewellen und mehreren großen Waldbrandausbrüchen betroffen; die destruktivsten Brände begannen im August 2025, führten zu Massenevakuierungen und forderten acht Menschenleben. Rumänien erlebte schwere Überschwemmungen im Mai und Juni 2025 nach tagelangem Starkregen, wobei mehrere Regionen erhebliche Schäden erlitten; unter anderem wurde im Salzbergwerk Praid kritische Infrastruktur beschädigt und es kam zu großflächigen Stromausfällen. In Zypern beschädigten zwei größere Waldbrände im Juli 2025 vor allem die Regionen Limassol und Paphos, wodurch Tausende Menschen vertrieben, zwei Menschen getötet und nahezu 900 private Immobilien zerstört wurden; zudem wurden Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdienste beeinträchtigt. Hintergrund zum EUSF: Der Europäische Solidaritätsfonds ist das wichtigste Instrument der EU für die Soforthilfe nach Katastrophen. Seit seiner Einführung im Jahr 2002 hat er mehr als 10 Mrd. € für 147 Schadensereignisse bereitgestellt, darunter 127 Naturkatastrophen und 20 gesundheitliche Notfälle, in 25 EU-Mitgliedstaaten und sechs Beitrittsländern. Die Waldbrandsaison 2025 gilt als die bisher verheerendste. Die beschlossene Auszahlung unterstreicht die Solidarität der EU-Mitgliedstaaten und stärkt die Fähigkeit der Union, rasch finanzielle Hilfe nach schweren Naturkatastrophen zu leisten – ein Aspekt, der auch Österreich zugutekommt, indem er die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit gemeinsamer Katastrophenhilfsmittel innerhalb der EU sichert.