Am Dienstag stimmten die Abgeordneten dafür, 2 Millionen € an EU-Hilfe zu mobilisieren, um ehemalige Beschäftigte des Auto-Glas-Herstellers Soliver zu unterstützen, nachdem das Unternehmen Insolvenz angemeldet hatte. Die Abgeordneten unterstützten mit 602 Ja-Stimmen, 47 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen den Vorschlag der Kommission, 2 Millionen € aus dem Europäischen Fonds für Anpassung an die Globalisierung (EGF) freizugeben, um 803 nach der Insolvenz von Soliver am 1. Juli 2025 entlassene Arbeitnehmer zu unterstützen. Die vorgesehenen Unterstützungsmaßnahmen umfassen: Berufsberatung und Orientierung Unterstützung bei der Arbeitssuche Weiterbildung in neuen beruflichen und überfachlichen Kompetenzen Vermittlungs- und Rekrutierungsveranstaltungen, um den Weg in neue Beschäftigungsverhältnisse zu erleichtern Die Gesamtkosten werden auf 2,5 Millionen € geschätzt, wovon 85 % (2,1 Millionen €) durch die EU und 15 % (0,4 Millionen €) durch die flämischen öffentlichen Arbeitsverwaltungen gedeckt werden sollen. Im Bericht äußerten die Abgeordneten Bedauern über den jüngsten Anstieg von Insolvenzen in Belgien, insbesondere in Flandern, der sich negativ auf die Beschäftigung ausgewirkt habe, vor allem für ältere Arbeitnehmer mit Wiedereinstiegsbarrieren. Sie fordern die Behörden auf, gezielte Maßnahmen zur beruflichen Auf- und Umqualifizierung zu stärken, Insolvenzen zu reduzieren und zugrunde liegende soziale Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt anzugehen. Hintergrund: Nach der EGF-Verordnung 2021–2027 unterstützt der Fonds entlassene Arbeitnehmer und Selbstständige, die durch unerwartete größere Umstrukturierungen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Mitgliedstaaten können EU-Fördermittel beantragen, wenn mindestens 200 Arbeitnehmer entlassen wurden. Wenn der Antrag die EGF-Kriterien erfüllt, schlägt die Kommission die Mobilisierung der Mittel vor, die vom Parlament und dem Rat genehmigt werden müssen. Die Kommission gibt an, dass der EGF in 191 Fällen in Europa eingegriffen und 735 Millionen € ausgezahlt hat, um 184.818 Personen in 20 EU-Ländern zu unterstützen.