Präsident Milatović: Montenegro ist bereit, das nächste Mitglied der EU zu werden. Bei einer Rede vor den Abgeordneten des Europäischen Parlaments betonte Montenegros Präsident Jakov Milatović am Dienstag die Bereitschaft seines Landes, die Verantwortung eines EU-Mitgliedsstaates zu übernehmen. Europaparlamentspräsidentin Roberta Metsola begrüßte Präsident Milatović mit den Worten: „Dies ist der Moment der europäischen Erweiterung, und Montenegro geht voran. Die Erweiterung ist keine Wohltätigkeit – sie ist eine Investition in ein stärkeres, sichereres und wohlhabenderes Europa.“ In seiner Ansprache an das Parlament erklärte Präsident Milatović, dass wir uns in einem historischen Moment befänden, nicht nur für Montenegro, sondern auch für die Erweiterungspolitik der EU. Er forderte die EU auf, zu zeigen, dass Reformen, demokratische Entwicklung und strategische Konsistenz ihren gebührenden Platz im europäischen Projekt haben. Milatović versicherte den Abgeordneten, dass Montenegro bereit sei, zu europäischen Politiken beizutragen, seine Zukunft an die gemeinsame europäische Zukunft zu binden und der 28. Mitgliedstaat der Europäischen Union zu werden. Er wies darauf hin, dass Montenegro alle 33 Verhandlungskapitel eröffnet und die vorläufige Schließung von 16 Kapiteln verzeichnet habe, und stellte fest, dass der Rat bereits an einem Entwurf des Beitrittsvertrags arbeite. Zugleich räumte Milatović ein, dass „noch Arbeit zu leisten ist“ und nannte als Beispiele: Rechtsstaatlichkeit, unabhängige Institutionen, und eine effiziente öffentliche Verwaltung. Rückblickend auf Montenegros Unabhängigkeit im Jahr 2006 sagte der Präsident, das Land habe die Entscheidung getroffen, ein „europäisches, demokratisches, bürgerliches und offenes Montenegro“ aufzubauen, und fügte hinzu, dass der europäische Weg nie nur ein außenpolitisches Ziel gewesen sei, sondern vielmehr „ein beständiges Wertefundament“. Milatović räumte ein, dass es „Rückschläge“ und Phasen gegeben habe, in denen „Reformen länger dauerten, als unsere Bürger und unsere europäischen Partner erwartet hatten“, betonte jedoch, dass die europäische Idee stark geblieben sei, weil die Bürger sie als Weg zu einer besseren Zukunft anerkannten. Hintergrund: Die Beitrittsverhandlungen Montenegros zur EU begannen 2012. Alle 33 Verhandlungskapitel wurden eröffnet, und sieben wurden vorläufig geschlossen. Das montenegrinische Verhandlungsteam hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Verhandlungen bis Ende 2026 abzuschließen. Am Mittwoch werden die Abgeordneten außerdem über einen Bericht zur Bewertung des Beitrittsfortschritts Montenegros abstimmen. Die Rede ist online verfügbar (16.6.2026).