Das Europäische Parlament hat die Mobilisierung von 1,9 Mio. € aus dem Europäischen Globalisierungsanpassungsfonds für entlassene Beschäftigte (EGF) gebilligt, um 416 Beschäftigte zu unterstützen, die nach der Insolvenz der Heimdekorationskette Casa International in Belgien ihren Arbeitsplatz verloren haben. Der Beschluss wurde mit 575 Stimmen für, 48 dagegen und 10 Enthaltungen angenommen. Das EGF wird ein Gesamtpaket in Höhe von 2,3 Mio. € mitfinanzieren, wobei die EU 85 % der Kosten (1,9 Mio. €) übernimmt und der Rest (338.247 €) vom flämischen Arbeitsmarktservice getragen wird. Das Unterstützungsprogramm soll betroffenen Beschäftigten konkret durch folgende Maßnahmen helfen: Unterstützung bei der Jobsuche Berufs- und Laufbahnberatung Gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen Casa International war bereits über mehrere Jahre in finanziellen Schwierigkeiten und wurde im März 2025 für insolvent erklärt, was zu den 416 Arbeitsplatzverlusten führte. Hintergrund: Nach der EGF-Verordnung 2021–2027 unterstützt der Fonds entlassene Beschäftigte und Selbständige, die aufgrund unerwarteter größerer Umstrukturierungen ihre Arbeit verloren haben. Mitgliedstaaten können EU-Finanzierung beantragen, wenn mindestens 200 Beschäftigte innerhalb eines festgelegten Bezugszeitraums entlassen wurden. Erfüllt der Antrag die EGF-Kriterien, schlägt die Kommission die Mobilisierung der Mittel vor, die vom Europäischen Parlament und dem Rat genehmigt werden muss. Die Kommission weist darauf hin, dass der EGF bisher mehr als 181.000 Personen in 20 Mitgliedstaaten geholfen und 186 Fälle mit insgesamt 727 Mio. € ausgezahlten Mitteln unterstützt hat. Für Österreich ist die Entscheidung insofern positiv relevant, als sie die Funktionsfähigkeit und die rasche Mobilisierung des Instruments auf EU-Ebene unterstreicht und damit ein wichtiges Beispiel für Solidarität und Unterstützung bei größeren Arbeitsplatzverlusten in der EU liefert. Österreichische Behörden und betroffene Arbeitnehmer könnten in vergleichbaren Fällen auf dieselbe Finanzierungsquelle zurückgreifen.