Das Europäische Parlament stellt 1,8 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) bereit, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich zu unterstützen, die aufgrund von Produktionsstopp und Entlassungen bei der KTM-Gruppe ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die Unterstützung richtet sich an 420 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die infolge der Entscheidung der österreichischen KTM-Gruppe, die Produktion einzustellen, ihren Arbeitsplatz verloren haben. KTM verzeichnete 2024 erhebliche finanzielle Verluste und einen starken Umsatzrückgang; anhaltende Störungen in der Lieferkette führten im April 2025 zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens und zur vorübergehenden Einstellung der Produktion. Später sicherte sich das Unternehmen Finanzierungsmittel und konnte die Produktion unter kostensparenden Maßnahmen wiederaufnehmen. Insgesamt umfasst das Hilfspaket 3 Mio. EUR, das betroffenen Personen konkrete Unterstützungsleistungen bieten soll. Gefördert werden insbesondere: Berufsberatung und Unterstützung bei der Arbeitssuche Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen Ausbildungsbeihilfen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt Der EGF übernimmt 60 % der Kosten (1,8 Mio. EUR), die verbleibenden 40 % (1,2 Mio. EUR) werden vom Bund Österreich finanziert. Der Vorschlag wurde vom Parlament mit 584 Stimmen angenommen, bei 39 Gegenstimmen und 13 Enthaltungen. Hintergrund: Gemäß der EGF-Verordnung 2021–2027 unterstützt der Fonds entlassene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbstständige, die aufgrund unerwarteter größerer Umstrukturierungen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Mitgliedstaaten können EU-Mittel beantragen, wenn innerhalb eines festgelegten Bezugszeitraums mindestens 200 Arbeitnehmer entlassen werden. Erfüllt ein Antrag die Kriterien, schlägt die Kommission die Gewährung der Mittel vor, die dann vom Europäischen Parlament und vom Rat genehmigt werden müssen. Nach Angaben der Kommission hat der EGF bislang mehr als 181.000 Menschen in 20 Mitgliedstaaten geholfen und 186 Fälle mit insgesamt 727 Mio. EUR unterstützt.