Die Abgeordneten fordern eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und Kanada, um Sicherheitsbedrohungen zu bekämpfen und den Handel angesichts geopolitischer Spannungen zu stärken. Mit Blick auf die aktuellen Spannungen in der internationalen Ordnung müsse die EU ihre strategische Partnerschaft mit Kanada vertiefen und erweitern, so die Abgeordneten, die auf gemeinsame Interessen und Werte verweisen. Bekämpfung von Sicherheitsbedrohungen Sicherheitsbedrohungen wie der Krieg Russlands gegen die Ukraine, hybride Angriffe, Terrorismus, ausländische Einmischung und wirtschaftlicher Zwang durch China müssten gemeinsam mit Kanada angegangen werden, betonen die Abgeordneten. Sie heben die Notwendigkeit hervor, die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vollständig umzusetzen und die Bemühungen der NATO durch Initiativen wie „Security Action for Europe“ (SAFE) und den Plan „ReArm Europe“ / „Defence Readiness 2030“ zu ergänzen. Die EU und Kanada sollten ihre Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine verstärken, insbesondere durch die G7 und die Koalition der Willigen. Dazu gehöre die koordinierte Nutzung von Sanktionen und diplomatischen Maßnahmen, um Russland weiter zu isolieren, sowie eine enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Der Bericht fordert außerdem eine engere Zusammenarbeit, um den Herausforderungen durch China zu begegnen, auch im Westbalkan, ein stärkeres Engagement im Indopazifik und gemeinsame Anstrengungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Verteidigung des Multilateralismus und Förderung der Handelsbeziehungen Die Abgeordneten betonen die Bedeutung, den Multilateralismus zu verteidigen und internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen, den Internationalen Strafgerichtshof, die Welthandelsorganisation (WTO), die NATO sowie die G7- und G20-Foren zu schützen. Sie fordern eine stärkere Zusammenarbeit in der Arktis, äußern Besorgnis über die Militarisierung der Region und sprechen sich für ein gemeinsames Vorgehen zum Schutz der Autonomie Grönlands angesichts des wachsenden geopolitischen Interesses aus. Der Text betont abschließend die Notwendigkeit, die Vorteile von CETA deutlich zu machen und die Zusammenarbeit im Energiebereich zu verstärken. Die Abgeordneten fordern die zehn Mitgliedstaaten, die CETA noch nicht ratifiziert haben, auf, dies rasch vor dem zehnjährigen Jubiläum der vorläufigen Anwendung im Jahr 2027 zu tun. Die Entschließung wurde mit 482 Ja‑Stimmen, 108 Nein‑Stimmen und 42 Enthaltungen angenommen. Zitat Der Berichterstatter Tobias Cremer (S&D, Deutschland) sagte: „Kanada ist vielleicht das europäischste Land außerhalb Europas. Und heute können wir sagen, dass es europäischer denn je ist. Aufgrund unserer gemeinsamen strategischen Interessen und der gemeinsamen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen. In einer Welt, die von einem kriegssüchtigen Russland, einer starken Position Chinas und einem zunehmend unberechenbaren amerikanischen Verbündeten geprägt ist, wissen Europäer und Kanadier: Wir können unsere Interessen und unsere Sicherheit, in der Arktis, in der Ukraine, beim Klimawandel und in Grönland nur schützen, wenn wir zusammenstehen und enger zusammenarbeiten. Es ist höchste Zeit, dass diese enge strategische Annäherung in eine starke europäisch-kanadische Allianz mündet.“