Das Europäische Parlament hat am Mittwoch der Mobilisierung von €1,6 Millionen aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zugestimmt, um 267 nach der Insolvenz und Schließung von Tupperware Belgien im Februar 2025 entlassene Beschäftigte zu unterstützen. Die Entscheidung wurde mit 562 Stimmen dafür, 53 dagegen und 19 Enthaltungen angenommen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen des EGF umfassen gezielte Unterstützung, um die Wiedereingliederung der Betroffenen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die EGF-Maßnahmen umfassen insbesondere: maßgeschneiderte Berufsberatung und Orientierung, Unterstützung bei der Arbeitssuche, Qualifizierungen und Umschulungen in neuen beruflichen Fähigkeiten, einschließlich digitaler Kompetenzen. Die Gesamtkosten der Unterstützungsmaßnahmen werden auf etwa €1,9 Millionen geschätzt. Davon werden 85 % (€1,6 Mio.) durch EU‑Mittel finanziert, während die restlichen 15 % (€300.000) vom flämischen öffentlichen Arbeitsdienst VDAB beigesteuert werden. Im Bericht der Abgeordneten wird bedauert, dass die amerikanische Muttergesellschaft Tupperware Brands im Oktober 2024 von Gläubigern übernommen wurde und die nachfolgende Umstrukturierung dazu führte, dass die Produktion und die Lizenzen der belgischen Tochtergesellschaft zurückgezogen wurden, wodurch diese wirtschaftlich nicht mehr tragfähig war und Insolvenz anmelden musste. Das Parlament begrüßt jedoch die Initiative einer Gruppe europäischer Unternehmer, die versuchen, die Marke in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Polen wiederzubeleben. Hintergrund: Gemäß der EGF-Verordnung 2021–2027 unterstützt der Fonds entlassene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbstständige, die aufgrund unerwarteter, größerer Umstrukturierungsereignisse ihren Arbeitsplatz verloren haben. Mitgliedstaaten können EU‑Mittel beantragen, wenn mindestens 200 Beschäftigte innerhalb eines festgelegten Bezugszeitraums entlassen wurden. Erfüllt der Antrag die Kriterien, schlägt die Kommission die Mobilisierung von Mitteln vor, die vom Europäischen Parlament und dem Rat genehmigt werden müssen. Laut Kommission hat der EGF bereits mehr als 181.000 Personen in 20 Mitgliedstaaten unterstützt, mit 186 Fällen und insgesamt ausgezahlten Mitteln in Höhe von €727 Millionen.