Ein am Mittwoch angenommener Bericht hebt EU‑Sicherheits‑ und Verteidigungspartnerschaften (SVP) als zentral für den Umgang mit Bedrohungen und die Stärkung der globalen Rolle der EU hervor. Der vom Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung ausgearbeitete Text argumentiert, dass die Sicherheits‑ und Verteidigungspartnerschaften der EU – die darauf abzielen, die gemeinsame Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung zwischen der EU und wichtigen bilateralen Partnern zu stärken – unerlässlich sind, um aktuellen und künftigen Sicherheitsbedrohungen wirksam zu begegnen und die Rolle der Union als globaler strategischer Akteur zu festigen. Das Parlament betrachtet diese Partnerschaften als Notwendigkeit und nicht als Option, da sie die strategische Autonomie der EU unterstützen, gleichzeitig aber vollständig komplementär zur NATO sind und auf multilateraler Zusammenarbeit beruhen. Der Text betont, dass die EU vor ihrer ernsthaftesten Sicherheitslage seit dem Zweiten Weltkrieg steht. Diese Lage wird in erster Linie durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst, aber auch durch umfassendere Bedrohungen. Zu den genannten Gefahren gehören: hybride Bedrohungen Terrorismus Cyberangriffe Risiken im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit Russland, unterstützt von Partnern wie Iran, Nordkorea und Belarus, wird als die größte Bedrohung für die europäische Sicherheit eingestuft. China wird als strategischer Wettbewerber beschrieben; dessen Unterstützung für Russland mache es erforderlich, die wirtschaftlichen Beziehungen zu überdenken und die Resilienz der EU gegenüber Peking zu stärken. Die Abgeordneten begrüßen den Ausbau der Sicherheits‑ und Verteidigungspartnerschaften mit gleichgesinnten Partnern der EU, darunter NATO‑Verbündete wie Norwegen, das Vereinigte Königreich und Kanada, sowie weitere Partner in Europa und im indopazifischen Raum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ukraine als strategischem Prioritätspartner. Das Parlament fordert: anhaltende militärische, industrielle und politische Unterstützung für Kiew, Sicherheitsgarantien, sowie die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zum Wiederaufbau der Ukraine im Einklang mit dem Völkerrecht. Zudem schlagen die Abgeordneten vor, eine formale strategische Partnerschaft mit der Ukraine zu etablieren. Bezüglich der Beziehungen zur NATO heißt es im Text, dass die NATO der Eckpfeiler der kollektiven Verteidigung bleibe. Gleichzeitig fordern die Abgeordneten eine stärkere EU‑Verteidigungssäule, damit die EU bei Bedarf autonom handeln kann. Hervorgehoben wird die Bedeutung: interoperabler militärischer Fähigkeiten in ganz Europa, gemeinsamer Beschaffung und industrieller Zusammenarbeit, Standardisierung sowie der Abstimmung mit der NATO‑Planung, um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Einsatzbereitschaft zu verbessern. Zitat von Berichterstatter Michał Szczerba (EVP, Polen): „Nie zuvor in der Geschichte der EU standen wir vor größeren Sicherheitsherausforderungen oder größerer Unsicherheit. Wir brauchen Verteidigungspartnerschaften, um Sphären gemeinsamer Interessen gegen Einflusssphären und imperiale Handlungen aufzubauen. Bei der Abschreckung des russischen Imperialismus hat die EU keinen größeren und wichtigeren Partner als die Ukraine. Die Ukrainer haben nicht nur die EU verteidigt, sondern auch die kampferprobteste, effektivste und innovativste Streitmacht in Europa aufgebaut. Es liegt im grundlegenden Interesse der EU, unsere Partnerschaft mit der Ukraine zu vertiefen, auch in den Bereichen Verteidigungsindustrie und Innovation. Die strategische Neuausrichtung der USA bedeutet, dass die Mitgliedstaaten mehr investieren und kritische Fähigkeitslücken schließen müssen, indem sie die Verteidigungszusammenarbeit mit anderen NATO‑Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Kanada vertiefen. Echte strategische Autonomie hängt von Partnerschaften ab, die dazu beitragen, konkrete Fähigkeiten, Interoperabilität, Abschreckung und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.“ Der Text wurde mit 440 Stimmen bei 119 Gegenstimmen und 85 Enthaltungen angenommen.