Mit 427 Stimmen dafür, 15 dagegen und 93 Enthaltungen hat das Europäische Parlament am Donnerstag eine Entschließung zum diesjährigen Weltkrebstag (4. Februar) angenommen, in der die Abgeordneten das Ziel bekräftigen, dass die EU ihr politisches Engagement, die Finanzierung und die Koordination erneuert, um die vollständige Umsetzung von Europas Beating Cancer Plan zu gewährleisten. Dedizierte Gesundheitsfinanzierung im nächsten langfristigen EU-Haushalt Um Kontinuität und planbare Investitionen in zentrale EU-Initiativen wie den Krebsplan zu sichern, fordern die Abgeordneten ein dediziertes EU-Gesundheitsprogramm im langfristigen Haushalt 2028–2034. Außerdem sollen die Kommission und die Mitgliedstaaten Gesundheit und onkologische Versorgung als soziale Investitionsziele in den nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen (NRPPs) anerkennen, einschließlich Unterstützung für langfristige Krebsinfrastruktur. Unterstützung für Impf- und Screeningprogramme Ausbau und Weiterentwicklung des medizinischen Personals im Onkologie-Bereich Aufbau robuster onkologischer Datensysteme Zugang zu Medikamenten, innovativen Therapien und grenzüberschreitender Krebsversorgung Das Parlament bekräftigt seinen Aufruf, fairen, zeitnahen und bezahlbaren Zugang zu onkologischen Arzneimitteln und innovativen Therapien in der gesamten EU sicherzustellen. Die Kommission soll in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten freiwillige gemeinsame Beschaffungen erleichtern, Preistransparenz fördern und schnellere Marktzugänge für lebensrettende Krebstherapien unterstützen. Förderung freiwilliger gemeinsamer Beschaffungen Maßnahmen zur Erhöhung der Preistransparenz Unterstützung für beschleunigte Marktzuweisungen lebenswichtiger Therapien Erleichterter grenzüberschreitender Zugang zu spezialisierten Krebszentren und klinischen Studien, insbesondere bei seltenen und komplexen Krebserkrankungen Stärkung des „Rechts auf Vergessenwerden“ für Krebsüberlebende Die Entschließung verlangt, dass die EU und die Mitgliedstaaten mehr zum Schutz von Krebsüberlebenden vor finanzieller Diskriminierung tun. Insbesondere soll das „Recht auf Vergessenwerden“ gestärkt werden, und es wird ein harmonisierter Rahmen gefordert, der Überlebenden Zugang zu Finanzdienstleistungen garantiert, darunter Hypotheken, Kredite und Versicherungen. Hintergrund Krebs ist derzeit die zweithäufigste Todesursache in der EU nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Jahr 2024 wurden in der EU rund 2,7 Millionen Menschen mit Krebs diagnostiziert und etwa 1,27 Millionen Menschen starben daran. Der Gesundheitsausschuss des Parlaments erstellt derzeit einen Umsetzungsbericht, um den Fortschritt der EU-Initiativen zu bewerten.