Das Europäische Parlament hat nach der Entscheidung, sein sogenanntes Dringlichkeitsverfahren anzuwenden, angekündigt, dass die Abgeordneten in der Plenarwoche im Januar 2026 über den Vorschlag für einen Reparationskredit für die Ukraine abstimmen werden. Am Dienstag unterstützte das Parlament mit einer Handzeichenabstimmung einen Antrag, die legislativen Verfahren für den Entwurf eines Kredits an die Ukraine zu beschleunigen. Der Vorschlag sieht die Einführung eines EU-Reparationskredits für die Ukraine vor, der durch die Europäische Kommission abgesichert würde, indem sie gegen die Erträge und Kassenbestände immobilisierter russischer Staatsgelder aufnimmt. Dieses neue Instrument, falls angenommen, würde die finanziellen Bedürfnisse der Ukraine und den Staatshaushalt unterstützen, einschließlich der militärischen Fähigkeiten des Landes, seiner Verteidigungsindustrie sowie deren Integration in die European Defence Industrial Base (europäische Verteidigungsindustrie). Der vorgeschlagene Kredit steht in Verbindung mit der bestehenden Ukraine-Fazilität und dem Ukraine Loan Cooperation Mechanism. Nach der Entscheidung, das Verfahren zu beschleunigen, werden die Abgeordneten in der nächsten Plenarsitzung vom 19. bis 22. Januar 2026 eine Position zu dem Vorschlag verabschieden, um anschließend Verhandlungen mit den Regierungen der Mitgliedstaaten aufzunehmen. Nächste Schritte: Das Europäische Parlament hat seine Arbeit begonnen, der Vorschlag (als Teil eines Pakets) muss jedoch auch vom Rat der EU, also den Mitgliedstaaten, genehmigt werden. Die Staats- und Regierungschefs der EU werden voraussichtlich versuchen, auf dem Gipfel in Brüssel am 18. und 19. Dezember 2025 eine Einigung über das weitere Vorgehen zu erzielen.