Für den EU-Haushalt 2026 hat das Europäische Parlament zusätzliche Mittel für Forschung, länderübergreifende Infrastruktur, Grenzmanagement, Klimaschutz und Außenpolitik durchgesetzt. In einer Einigung mit den Mitgliedstaaten am Samstag, 15. November, erzielte das Parlament gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der Kommission eine Aufstockung um 372,7 Mio. EUR für Programme und Politiken, die das Leben der Menschen verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und sicherheitspolitische Herausforderungen angehen.Zusätzliche Mittel für zentrale EU-ProgrammeUm die Wettbewerbsfähigkeit und grenzüberschreitende Infrastruktur zu verbessern, erhöhte das Parlament gezielt Mittel für zentrale Programme und Maßnahmen. Zu den wichtigsten Aufstockungen gehören:Horizon Europe: +20 Mio. EUR zur Stärkung von Forschung und InnovationVerkehrs- und Energienetze: +23,5 Mio. EUR zur Verbesserung grenzüberschreitender InfrastrukturKatastrophenschutzmechanismus / RescEU: +10 Mio. EUR zur Verbesserung von Koordination und ReaktionsfähigkeitMilitärische Mobilität: +10 Mio. EUR als Bestandteil der VerteidigungsfähigkeitGrenzmanagement: +10 Mio. EUR zur Stärkung der AußengrenzenLIFE (Umwelt- und Klimaschutz): +10 Mio. EUREU4Health: +3 Mio. EURErasmus+: +3 Mio. EURSüdliche Nachbarschaft: +35 Mio. EURÖstliche Nachbarschaft: +25 Mio. EURHumanitäre Hilfe: +35 Mio. EUR angesichts wachsender KrisenEuropäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft (Werbung für Agrarerzeugnisse): +105 Mio. EUR zur Schaffung neuer Chancen, insbesondere für junge Landwirtinnen und LandwirteRefinanzierungskosten des Aufbauinstruments NextGenerationEUFür 2026 geht die EU von einem unerwarteten Anstieg der Kreditkosten für NextGenerationEU um 4,2 Mrd. EUR aus – doppelt so hoch wie ursprünglich veranschlagt. Das Parlament stellte sicher, dass diese Mehrausgaben nicht zu Kürzungen bei wichtigen Programmen wie Erasmus+ oder EU4Health führen. Die zusätzlichen Kosten werden, wie zuvor vereinbart, über den sogenannten Kaskadenmechanismus ausgeglichen, um zentrale EU-Programme zu schützen.Das Gesamtbudget für 2026 beläuft sich auf 192,8 Mrd. EUR an Verpflichtungen und 190,1 Mrd. EUR an Zahlungen. Damit verbleibt eine Sicherheitsmarge von 715,7 Mio. EUR unter den Obergrenzen des Mehrjährigen Finanzrahmens 2026 für unvorhergesehene Ereignisse. Der Haushalt wurde im Parlament mit 419 Stimmen angenommen (185 Gegenstimmen, 53 Enthaltungen) und anschließend vom Rat gebilligt.Stimmen aus dem ParlamentJohan Van Overtveldt (EKR, Belgien), Vorsitzender des Haushaltsausschusses: „Wir leben in unruhigen Zeiten, in denen die Erwartungen steigen und die Anforderungen an den EU-Haushalt zunehmen. Da sich die Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger verändern, müssen das Parlament und die EU‑Institutionen zuhören und wirksam reagieren. Es gibt Fortschritte, aber mit dem Haushalt allein kommen wir nur begrenzt weiter. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, werden weitere Anstrengungen und zusätzliche Schritte notwendig sein.“Andrzej Halicki (EVP, Polen), Generalberichterstatter für den EU-Haushalt 2026 (Einzelplan III – Kommission): „In Anbetracht der schwierigen Umstände von Russlands Angriffskrieg, Naturkatastrophen und geopolitischem Druck haben wir uns während der Verhandlungen mit den EU‑Regierungen auf unsere Priorität für den Haushalt 2026 konzentriert: ein sichereres, stärkeres Europa. Das Parlament hat nahezu 400 Millionen Euro an Aufstockungen durchgesetzt, vom Rat vorgeschlagene Kürzungen rückgängig gemacht und zentrale Programme gestärkt – etwa für einen besseren Grenzschutz, militärische Mobilität sowie mehr Unterstützung für unsere Nachbarschaft und die humanitäre Hilfe.“Matjaž Nemec (S&D, Slowenien), Berichterstatter für die übrigen Einzelpläne: „Der EU‑Haushalt 2026 steht für das Europa, das wir aufbauen wollen: ein Europa, das in Wissen, Jugend, Forschung, Umweltschutz, Solidarität und humanitäre Hilfe investiert. Dank des Parlaments bringen die Vereinbarungen über zusätzliches Personal und Aufstockungen die Union voran – stärker als zuvor.“Hintergrund: Mehr als 93 % des EU‑Haushalts fließen direkt in Programme, die Menschen und Projekte in allen Mitgliedstaaten unterstützen. Der jährliche EU‑Haushalt deckt 27 Länder und rund 450 Millionen Menschen ab und liegt im Zeitraum 2021–2027 im Durchschnitt zwischen 160 und 200 Milliarden Euro pro Jahr, was seine gezielte, programmbezogene Wirkung unterstreicht.