Das Europäische Parlament hat am Mittwoch sein grünes Licht für ein neues Fischereiabkommen mit Mauretanien gegeben, das die Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Wissenschaft stärken soll. Mit 557 Stimmen zu 34 und 31 Enthaltungen unterstützten die Abgeordneten das größte Fischereiabkommen, das die EU mit einem Drittland abgeschlossen hat. Das Abkommen gilt für sechs Jahre und ermöglicht es Schiffen aus Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Latvia, Litauen, den Niederlanden, Polen, Portugal und Spanien, Thunfisch, kleine pelagische Fische, Krustentiere und bodenlebende Fische in mauretanischen Gewässern zu fangen. Im Gegenzug wird Mauretanien jährlich 57,5 Millionen Euro erhalten. Zusätzlich werden 3,3 Millionen Euro pro Jahr verwendet, um die lokale Fischereigemeinschaft zu unterstützen. In der begleitenden Resolution, die mit 532 Stimmen zu 23 und 74 Enthaltungen angenommen wurde, begrüßen die Abgeordneten das Engagement Mauretaniens, alle Fischereiabkommen mit anderen Ländern öffentlich zu machen, um der EU-Flotte die gleichen Zugangsbedingungen zu den mauretanischen Ressourcen zu gewährleisten wie anderen Flotten. Das Europäische Parlament fordert Mauretanien auch auf, die Überfischung kleiner pelagischer Bestände zu stoppen, da dies negative Auswirkungen auf die lokale Lebensmittelsicherheit hat und Wasserverschmutzung verursacht. Kleine pelagische Fische werden von der Lebensmittelverarbeitungsindustrie zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet, anstatt für den lokalen Verbrauch verwendet zu werden. Die Abgeordneten unterstützen auch den Beitrag der EU-Flotte zu den lokalen Gemeinschaften. EU-Fischer werden ermutigt, weiterhin 2% ihrer pelagischen Fänge an bedürftige Menschen abzugeben, indem sie diese an die Nationale Fischverteilungsfirma (SNDP) abliefern. Das Europäische Parlament fordert die mauretanischen Behörden auf, sicherzustellen, dass der Beitrag die Bürger erreicht. Nach der Abstimmung sagte die Berichterstatterin des EP, Izaskun Bilbao Barandica (RENEW, ES): "Die Erneuerung des Fischereiabkommens mit Mauretanien ist eine gute Nachricht für das nachhaltige Management maritimer Ressourcen und für den Fischereisektor. Es ist das wichtigste in Kraft befindliche Abkommen und bietet 86 europäischen Schiffen die Möglichkeit, überschüssige Fischbestände unter strengen Kontroll- und Transparenzbedingungen zu nutzen." Das Abkommen unterstreicht auch das Engagement zur Stärkung der Rolle mauretanischer Frauen in der Wertschöpfungskette und betont die Bedeutung der Bekämpfung des nachhaltigen Wachstums der Fischmehl- und Fischölproduktion im Land. Der erste Fischereivertrag zwischen der EU und Mauretanien stammt aus dem Jahr 1987. Das neue Abkommen wird seit November 2021 vorläufig angewendet und soll bis November 2027 gelten.