Bei dem Treffen des Europäischen Rates rief Parlamentspräsidentin Roberta Metsola dazu auf, den Moment für Fortschritte bei Erweiterung, Wettbewerbsfähigkeit und dem nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmen zu nutzen. Sie betonte, dass Europa jetzt handeln müsse, da die Zeit dränge: „Wir müssen liefern. Wir haben nicht den Luxus der Zeit.“ Zur Erweiterung begrüßte Metsola die Eröffnung des ersten Beitrittsverhandlungsclusters mit Ukraine und Moldau und sagte, diese Entscheidung sende ein starkes Signal: „Erweiterung ist nicht länger ein fernes Versprechen. Sie ist hier, sie geschieht.“ Sie bezeichnete die Erweiterung als ein Win‑Win für die EU und die Beitrittskandidaten und verwies auf die jüngsten Fortschrittsberichte des Parlaments. Metsola betonte, dass schrittweise Integrationsmaßnahmen und ein näherer Zugang zum Binnenmarkt dabei helfen können, Kandidatenländer an die Union heranzuführen, aber dies niemals ein Ersatz für die vollständige EU‑Mitgliedschaft sein dürfe. Zum zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen sicherte Metsola den Staats‑ und Regierungschefs zu, dass das Parlament in den Verhandlungen konstruktiv auftreten, gleichzeitig aber seine Position verteidigen werde. Sie forderte eine frühe Einbindung des Parlaments in den Prozess und die Fortführung der Diskussionen über neue Eigenmittel. Metsola unterstrich die Notwendigkeit eines ambitionierten Budgets, das dem Umfang der Herausforderungen gerecht werde, und äußerte Optimismus, dass sich bis zum Jahresende eine Einigung erreichen lasse, wenn man konstruktiv vorgehe. In Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit hob Metsola die jüngsten Einigungen zwischen Parlament und Rat hervor, die Regeln vereinfachen sollen — unter anderem für künstliche Intelligenz (KI), Midcaps (mittelgroße Unternehmen) und den Bereich Verteidigung. Sie verwies außerdem auf das Paket zur Marktintegration und -aufsicht sowie auf EU Inc. als Vorzeigeprojekte des Parlaments, die darauf abzielen, Barrieren im Binnenmarkt abzubauen und die Anliegen europäischer Unternehmen anzusprechen. Metsola begrüßte die regelmäßigen Überprüfungen der One Europe, One Market Roadmap, da diese dazu beitrügen, Europa auf die Umsetzung konkreter Maßnahmen zu fokussieren. Sie verwies zudem auf den Fortschritt bei der gemeinsamen Erklärung zu den legislativen Prioritäten der EU für 2026 und nannte als Beispiel die Verabschiedung der Rückkehrverordnung, mit der das Parlament geliefert habe. Mit der Anwendung des Pakts für Migration und Asyl habe Europa nun, so Metsola, die Instrumente, um diese Herausforderung anzugehen. Insgesamt betonte sie, dass Fortschritte bei Erweiterung, Binnenmarkt und Haushalt positive Auswirkungen für europäische Bürger und Unternehmen haben würden und rief dazu auf, die vorhandenen Chancen entschlossen zu nutzen. Die Rede unterstrich damit zentrale Prioritäten des Parlaments: Beschleunigte Integration neuer Partner, ein starkes und ambitioniertes EU‑Budget sowie Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Unterstützung des europäischen Binnenmarkts.