Am 4. Mai gab das Europäische Parlament den Startschuss für Bewerbungen um den in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehenen Daphne-Caruana-Galizia-Preis für Journalismus.Der Preis wird rund um den Jahrestag der Ermordung der Journalistin am 16. Oktober verliehen und zeichnet jedes Jahr herausragende journalistische Leistungen aus, mit denen die Prinzipien und Grundwerte der Europäischen Union hochgehalten und verteidigt werden. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erklärte: „Neun Jahre nach der brutalen Ermordung von Daphne Caruana Galizia werden Journalistinnen und Journalisten weltweit weiterhin eingeschüchtert, bedroht und ermordet. Das Europäische Parlament steht ihnen in ihrem Kampf für Gerechtigkeit zur Seite. Der nach Daphne benannte Preis bleibt ein starkes Symbol für dieses unerschütterliche Engagement. Er ehrt jene mutigen Menschen, die es wagen, selbst in den dunkelsten Zeiten die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Meinungsfreiheit ist wichtig, und ohne Pressefreiheit kann die Demokratie selbst nicht gewahrt werden.“Der Preis steht allen professionellen Journalistinnen und Journalisten sowie Journalistenteams offen – die Staatsangehörigkeit spielt dabei keine Rolle. Eingereicht werden können journalistische Beiträge, die von Medien in einem der 27 EU‑Staaten veröffentlicht oder ausgestrahlt wurden.Der Preis soll ein Schlaglicht darauf werfen, wie wichtig professioneller Journalismus ist, um Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu sichern. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, in der die Presse und die Zivilgesellschaft aus den 27 EU‑Staaten sowie die wichtigsten europäischen Journalismusverbände vertreten sind. Verliehen wird der Preis jedes Jahr rund um den 16. Oktober – den Tag, an dem Daphne Caruana Galizia ermordet wurde.Der Preis ist mit 20.000 EUR dotiert und unterstreicht das Engagement des Europäischen Parlaments für Enthüllungsjournalismus sowie die Bedeutung der Pressefreiheit.Das Parlament warnt seit Jahren vor Bestrebungen, die Medienvielfalt zu schwächen, und prangert Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in jeglicher Form an. Zuletzt tat es dies in seinen Berichten vom April 2026, in denen eine Bestandsaufnahme der Entwicklungen in den Bereichen Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit vorgenommen wurde.Das Parlament trug außerdem maßgeblich zum Europäischen Medienfreiheitsgesetz bei. Diese Verordnung zum Schutz der Medienfreiheit sowie der Sicherheit und Unabhängigkeit von Journalistinnen und Journalisten trat im Mai 2024 in Kraft; die meisten Bestimmungen gelten seit August 2025. Zudem setzte sich das Parlament für Regelungen ein, die Journalistinnen und Journalisten sowie die Zivilgesellschaft vor strategischen Klagen (sogenannten SLAPPs) schützen; die entsprechende EU‑Richtlinie gegen Einschüchterungsklagen wurde im Februar 2024 angenommen.Beiträge können bis zum 31. Juli 2026, 24:00 Uhr (MESZ) eingereicht werden, und zwar ausschließlich online unter https://daphnejournalismprize.eu/.Bisherige Gewinnerbeiträge:2021 – „Das Pegasus‑Projekt“, koordiniert von Forbidden Stories2022 – Dokumentarfilm „Zentral‑Afrika: Die Söldner aus Russland“ von Clément Di Roma und Carol Valade (ARTE/France24/Le Monde)2023 – Gemeinsame Recherchen zum Untergang eines Flüchtlingsboots vor Pylos (Solomon, in Zusammenarbeit mit Forensis, StrgF/ARD und The Guardian)2024 – Recherchen zu vermissten unbegleiteten minderjährigen Migranten (Lost in Europe)2025 – Gemeinsame Recherchen zur russischen Schattenflotte, koordiniert von Follow the Money