Auf dem Europäischen Rat richtete Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola Worte an die Staats- und Regierungschefs zu drei Hauptthemen: der Lage im Nahen Osten, der Roadmap „One Europe One Market“ und dem mehrjährigen Finanzrahmen (MFF). Sie begrüßte zudem die Annahme des 20. Sanktionspakets gegen Russland und die Freigabe des 90‑Milliarden‑Euro‑Kredits für die Ukraine. Zur Lage im Nahen Osten und den Auswirkungen auf die Energiepreise forderte Präsidentin Metsola ein schnelles und nachhaltiges Ende des Krieges, das die Rechte, Würde und Freiheit des iranischen Volkes sichert, die Sorgen über Irans Atom‑ und ballistische Raketenprogramme anspricht und die Behinderungen in der Straße von Hormus beendet. Sie hob die Bedeutung der Wahrung der Freiheit der Schifffahrt hervor und betonte die Notwendigkeit, weiterhin in Europas Energie‑Resilienz zu investieren. Die EU‑Vorgaben zu Gasspeichern hätten bereits zur Stabilisierung der Märkte beigetragen und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten verbessert. Gleichzeitig würden Anstrengungen zur Diversifizierung des Energiemixes und zur Verringerung der Abhängigkeit die Union resilienter, unabhängiger und weniger anfällig für Schocks machen: „Während wir für heute handeln, können wir nicht das aufgeben, was für morgen funktioniert. Wir sollten nicht reparieren, was nicht kaputt ist. Unsere langfristige Strategie wirkt. Wir müssen auf Kurs bleiben,“ so Metsola. Zur Roadmap „One Europe, One Market“ begrüßte Präsidentin Metsola die zwischen den drei Institutionen erzielte Einigung. Sie nannte die Roadmap ambitioniert, sie stärke Europas Fähigkeit, Schocks zu widerstehen, und setze die im gemeinsamen Gipfeldeklaration vereinbarten Ziele um. Der Fokus müsse nun von Zusagen auf Umsetzung verlagert werden, wobei der legislative Prozess und die demokratische Kontrolle zu wahren seien: „Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem Zusagen in Ergebnisse überführt werden müssen. Bei den Prioritätsakten der Roadmap wird das Europäische Parlament seine Aufgabe übernehmen. Und wir werden sie gut machen,“ betonte sie, und fügte hinzu, dass die Bürger Europa daran messen, ob es liefert. Abschließend zum mehrjährigen Finanzrahmen unterstrich Präsidentin Metsola, dass das Europäische Parlament zügig vorgehe: „Nächste Woche wird das Plenum abstimmen. Das wird uns ermöglichen, in Verhandlungen mit dem Rat einzutreten, sobald dieser sein Mandat annimmt. Also werden wir nächste Woche unsere Position haben, wissen, was wir wollen, und bereit sein.“ Sie plädierte für einen langfristigen EU‑Haushalt, der zweckmäßig ist und auf die heutigen geopolitischen und wirtschaftlichen Realitäten reagieren kann. Das Parlament unterstütze eine stärkere Ausrichtung auf Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung, sei offen für neue Eigenmittel und warnte davor, zukünftige Generationen mit alter Verschuldung zu belasten. Präsidentin Metsola: „Europa kann einer neuen Ära nicht mit einem alten Rahmen gegenübertreten. Wir können nicht mit veralteten Mitteln auf eine sich verändernde Welt reagieren. Was wir jetzt brauchen, ist ein Haushalt, der zweckmäßig ist – bereit zu liefern, wo und wann es am wichtigsten ist.“ Hier finden Sie die vollständige Rede.