Auf dem Europäischen Rat wandte sich Parlamentspräsidentin Roberta Metsola zu drei Hauptthemen: Wettbewerbsfähigkeit, Energie und geopolitische Entwicklungen. Zur Wettbewerbsfähigkeit erklärte Präsidentin Metsola: „Wir müssen der Versuchung widerstehen, uns auf das Vertraute zurückzuziehen, nur weil die nächsten Schritte zu schwierig erscheinen.“ Sie fügte hinzu, dass dies für Vereinfachungen auf allen Ebenen gelte, auch in Bereichen wie den Finanzdienstleistungen, und betonte die Notwendigkeit, anders zu denken und mit „out of the box“-Lösungen zu kommen, dabei jedoch die Vorrechte des Europäischen Parlaments zu respektieren. Metsola rief zu dringendem Handeln für Europas Spar- und Investitionsunion auf und forderte, regulatorische Anforderungen zu überarbeiten, die nicht mehr in der gewünschten Weise Investitionen fördern. Sie betonte, dass für die Abgeordneten des Europäischen Parlaments „Wettbewerbsfähigkeit heute ebenso sehr mit Sicherheit wie mit Wachstum zu tun hat“ und dass „Europa die wirtschaftliche Kraft braucht, die die Rolle bestimmt, die wir einnehmen müssen“. In Bezug auf das Konzept „One Europe, One Market“ forderte die Präsidentin die „volle Einbindung des Europäischen Parlaments“ und hob hervor, dass gebraucht würden: „Maßnahmen mit festen Zeitplänen und Zielen für die Umsetzung.“ Sie stellte jedoch klar, dass das Parlament „nicht und niemals ein Durchwink-Gremium sein wird“. Zum Thema Energie hob Metsola hervor, dass Europa seine Energiebasis diversifiziert und dies bereits erste Vorteile bringe. Sie wies jedoch darauf hin, dass dies nicht bedeute, dass man gegen Preisschocks gefeit sei, und erinnerte daran, dass Instabilität anderswo weiterhin Auswirkungen auf Europa haben könne. Darum sei der Fokus auf Speicherung, Netze und die Reduzierung externer Nachfrage „genau der richtige Ansatz“. Abschließend sprach Metsola die geopolitischen Entwicklungen an: „Wir dürfen niemals die leidenden Menschen aus den Augen verlieren – einschließlich der mehr als 90 Millionen Iranerinnen und Iraner, die seit Jahrzehnten für Freiheit von einem unterdrückerischen Regime kämpfen“, sagte sie und verurteilte gleichzeitig die Angriffe gegen die Golfstaaten als sofort zu stoppende Tat. Sie bekräftigte zudem ihre unerschütterliche Solidarität mit dem Volk Zyperns, das „an Europas Frontlinie steht“, und fügte hinzu, dass man in diesem Zusammenhang den fortgesetzten illegalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht aus den Augen verlieren werde. Die Rede unterstrich die Notwendigkeit schneller und entschlossener Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft, zur Verbesserung der Energiesicherheit und zur klaren politischen Positionierung in geopolitischen Krisen.