Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Fischerei fordert die Aktivierung des EU-weiten Krisen- und Übergangs-Mechanismus aufgrund der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten. Carmen Crespo Díaz (EPP, Spanien), Vorsitzende des Fischereiausschusses, erklärte: „Der aktuelle geopolitische Kontext, insbesondere die Instabilität im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise, wirkt sich direkt auf den europäischen Fischereisektor aus.“ Sie wies darauf hin, dass Treibstoff einer der größten Betriebskosten der Fangflotte sei und anhaltende Preissteigerungen die wirtschaftliche Lebensfähigkeit vieler Schiffe gefährdeten. Risiken laut Crespo Díaz sind: das mögliche Einstellen von Fangtätigkeiten vieler Schiffe, schwere Folgen für die Beschäftigung in Küstengemeinden, und Gefährdungen der Versorgung mit Meeresfrüchten auf dem europäischen Markt. Aus diesem Grund fordert der Ausschussvorsitzende die Europäische Kommission auf, umgehend Notfallunterstützungsmechanismen zu aktivieren, wie beispielsweise den vorübergehenden Krisen- und Übergangsrahmen, der bereits während der Energiekrise 2022 angewandt wurde. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen insbesondere: die Mobilisierung der Kriseninstrumente des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF), um die am stärksten betroffenen Flotten sofort zu unterstützen, die zeitweilige Anpassung der Beihilferegeln, damit Mitgliedstaaten ihre Flotten dringend unterstützen können, und die Aktivierung außergewöhnlicher Marktmaßnahmen im Rahmen der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern. Darüber hinaus betonte Crespo Díaz die Notwendigkeit langfristiger, struktureller Lösungen zur Stärkung der Resilienz des Sektors, etwa durch die erleichterte Zugänglichkeit zu strategischen Treibstoffbeständen in europäischen Häfen. Hintergrund: Am 28. Februar begannen die USA und Israel nach Angaben der Mitteilung eine gemeinsame Militäroperation gegen das iranische Regime. Dadurch wurde die Passage von Treibstofftransporten durch die Straße von Hormuz beeinträchtigt, was zu steigenden Ölpreisen geführt hat.