Am Dienstag, dem 27. Januar, wird die Holocaust-Überlebende Tatiana Bucci anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags vor dem Europäischen Parlament sprechen. 81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 begehen die Abgeordneten des Europäischen Parlaments den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, wird die Feierlichkeiten um 12:00 Uhr mit einem Video eröffnen. Anschließend sind eine Ansprache der Präsidentin, musikalische Beiträge sowie die Rede von Tatiana Bucci geplant. Die Gedenkfeier endet mit einer Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Holocaust und einem weiteren musikalischen Beitrag. Die Veranstaltung wird live auf der Streaming-Website des Parlaments sowie auf EbS+ übertragen. Über Tatiana Bucci Tatiana Bucci wurde 1937 in Fiume geboren, einer Stadt in Norditalien, die heute zu Kroatien gehört. 1944 verhafteten die Nationalsozialisten Tatiana und ihre Familie und inhaftierten sie zunächst im Durchgangslager Risiera di San Sabba in Norditalien. Am 4. April 1944 wurden Tatiana (damals sechs Jahre alt) und ihre vierjährige Schwester Andra zusammen mit ihrer Mutter Mira, ihrer Tante, ihrer Großmutter und ihrer Cousine nach Auschwitz deportiert. Die Schwestern verbrachten etwa zehn Monate im Konzentrationslager. Ihre Mutter Mira wurde später von Auschwitz nach Deutschland gebracht, wo sie zur Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik eingesetzt wurde. Ihr Vater Giovanni war während des Krieges Kriegsgefangener in Südafrika. Tatiana und Andra Bucci gehören zu den jüngsten Kindern, die Auschwitz überlebten und sich an ihre Erfahrungen erinnern können. Nach der Befreiung wurden die Schwestern in das Waisenhaus Lingfield House im Süden Englands gebracht. Im Dezember 1946 wurden sie in Italien wieder mit ihren Eltern vereint. 1996 kehrten die Schwestern erstmals nach Auschwitz zurück. Tatiana Bucci lebt heute mit ihrer Familie in Belgien.