Abgeordnete fordern, dass die EU ihre diplomatischen Beziehungen, die Sicherheitszusammenarbeit und die wirtschaftlichen Partnerschaften mit gleichgesinnten Partnern in Ostasien angesichts einer sich wandelnden geopolitischen Lage ausbaut. Ein Bericht, der am Mittwoch, dem 24. Juni, vom Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten mit 56 Stimmen dafür, 6 dagegen und 4 Enthaltungen angenommen wurde, betont die Notwendigkeit engerer Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern wie Japan, der Republik Korea (Südkorea) und Taiwan. Stärkung der strategischen AutonomieDie Abgeordneten stellen fest, dass ein vertieftes Engagement mit Ostasien notwendig ist, um die strategische Abhängigkeit der EU zu verringern und die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken. Da die regionalen Dynamiken zunehmend von coerciven wirtschaftlichen Praktiken und sicherheitspolitischen Spannungen geprägt sind, plädieren sie für engere Zusammenarbeit mit Partnern, die dieselben demokratischen Werte und hohen regulatorischen Standards teilen. Der Bericht unterstützt stärkere Handels- und Investitionsverbindungen mit regionalen Partnern, um Lieferketten zu diversifizieren und den Zugang der EU zu kritischen Technologien und Ressourcen zu verbessern, insbesondere: Halbleiter Batterien kritische Rohstoffe Angesichts der Führungsrolle von Japan und Südkorea in Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Verteidigungstechnologien sowie Abwehrmaßnahmen gegen Cyber- und militärische Bedrohungen fordern die Abgeordneten zudem eine stärker strukturierte militärisch-industrielle Zusammenarbeit mit Fokus auf Interoperabilität, gemeinsame Entwicklung und Beschaffung, insbesondere in den Bereichen Luftfahrt und Drohnentechnologien. Regionale Partnerschaften und SicherheitDer Bericht befürwortet die Stärkung der strategischen Partnerschaften der EU mit Japan und Südkorea in den Bereichen Cybersicherheit, Bekämpfung des Terrorismus, Krisenmanagement und Bekämpfung von Desinformation und ausländischer Einmischung, parallel zu engeren wirtschaftlichen Beziehungen. Er fordert außerdem die Schaffung eines dedizierten EU–Taiwan-Kooperationsrahmens mit starker wirtschaftlicher und handelsbezogener Dimension, der sich auf Halbleiter, künstliche Intelligenz sowie Cyber- und maritime Sicherheit konzentriert. Die Abgeordneten unterstützen eine engere Koordination mit regionalen Partnern, um dem wachsenden Einfluss Chinas auf internationaler Friedens- und Sicherheitslage zu begegnen, insbesondere im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine und der Instabilität im Nahen Osten. Darüber hinaus plädieren sie für eine kohärentere EU-Politik gegenüber Nordkorea, die gemeinsam mit Japan und Südkorea entwickelt wird, als Reaktion auf die zunehmende Kooperation zwischen Russland und Pjöngjang sowie auf Bedenken hinsichtlich der Unterstützung Nordkoreas für nukleare und ballistische Programme, einschließlich möglicher Verbindungen zum Iran. Zitat des Berichterstatters Adam Bielan (ECR, Polen): „In einer zunehmend volatilen geopolitischen Umgebung muss die Europäische Union ihre Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern in Ostasien intensivieren. Die Region ist nicht nur ein Eckpfeiler des globalen Handels, technologischer Innovationen und kritischer Lieferketten, sondern auch ein zentraler Pfeiler der internationalen Sicherheit. Die groß angelegte Invasion Russlands in der Ukraine hat gezeigt, dass Sicherheitsherausforderungen vernetzt und global sind. Da geopolitische Verschiebungen die internationale Ordnung weiter umgestalten, ist die Stärkung unserer Partnerschaften mit Japan, der Republik Korea und Taiwan wesentlich, um Stabilität, Resilienz und die regelbasierte internationale Ordnung zu fördern, die unserem gemeinsamen Wohlstand und unserer Sicherheit zugrunde liegt.“ Nächste Schritte: Der Bericht wird nun zur Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments in einer der nächsten Plenarsitzungen vorgelegt.