Am Dienstag haben die Ausschüsse für Auswärtige Angelegenheiten (AFET) und Internationalen Handel (INTA) die aufgewertete EU‑Mexiko‑Partnerschaft gebilligt, wodurch der Weg für engere politische Beziehungen und ausgeweiteten Handel geebnet wurde. Sobald sie in Kraft tritt, wird das modernisierte EU‑Mexiko‑Globalabkommen (MGA) den bisherigen Rahmen ersetzen und insbesondere folgende Vorteile bringen: Erhöhung der EU‑Agrar‑ und Lebensmittelexporte durch den Abbau hoher Zölle, erleichterte Vergabemöglichkeiten für EU‑Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen in Mexiko, stärkere Schutzmechanismen für Klima‑ und Arbeitsrechte durch verstärkte Zusammenarbeit und durchsetzbare Verpflichtungen, zusätzliche Erleichterungen für kleine Unternehmen durch vereinfachte Standards und Verfahren, gesicherte Versorgung mit Materialien, die für die grüne und digitale Transformation von Bedeutung sind. Die Abgeordneten stimmten dem MGA mit 67 Stimmen zu 15 bei drei Enthaltungen zu. Niedrigere Zölle und Schutz von Agrarprodukten In der begleitenden Entschließung, die mit 57 zu 14 Stimmen bei 13 Enthaltungen angenommen wurde, betonen die Abgeordneten, dass im ambitioniertesten Szenario die Gesamtexporte von Waren und Dienstleistungen der EU um bis zu 75 % steigen könnten, während EU‑Unternehmen jährlich bis zu 100 Millionen Euro an Zollkosten einsparen könnten. Sie weisen darauf hin, dass das MGA nahezu alle verbleibenden Zölle abschaffen würde und damit EU‑Bäuerinnen und Bauern sowie Agrar‑ und Lebensmittelexporteure begünstigt – mexikanische Zölle auf Produkte wie Käse und Schweinefleisch liegen derzeit bis zu 45 %. Außerdem wird begrüßt, dass 568 geschützte geografische Angaben für traditionelle Agrarprodukte in Mexiko geschützt werden, wodurch Nachahmungen charakteristischer Lebensmittel und Getränke aus bestimmten EU‑Regionen illegal werden. Rechtsstaatlichkeit, demokratische Governance und Menschenrechte Vor dem Hintergrund einer zunehmend fragmentierten geopolitischen Lage betonen die Abgeordneten, dass die strategische Partnerschaft zwischen EU und Mexiko wichtig ist, um eine regelbasierte internationale Ordnung zu verteidigen und den Multilateralismus zu fördern. Die Abgeordneten heben hervor, dass das MGA eine bindende Verpflichtung zu demokratischen Prinzipien, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechten enthält. Das Abkommen stärkt den institutionellen Dialog zum Schutz von Zivilgesellschaft, Journalistinnen und Journalisten sowie Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern. Es intensiviert die Zusammenarbeit zur Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit, zur Förderung guter Regierungsführung und zur Erhöhung der Transparenz. Darüber hinaus werden gemeinsame Maßnahmen gegen Korruption, Geldwäsche und organisierte Kriminalität festgelegt. Öffentliche Aufträge Die Abgeordneten stellen fest, dass das Abkommen EU‑Bietern beispiellosen Zugang zu Vergabemärkten in 14 mexikanischen Bundesstaaten und zu einem breiteren Spektrum öffentlicher Aufträge gewährt. Sie ermutigen zu weiteren Anstrengungen, den Zugang europäischer Unternehmen zu öffentlichen Ausschreibungen in allen mexikanischen Bundesstaaten zu fördern, und begrüßen, dass Auftraggeber künftig umwelt‑ und soziale Kriterien während des gesamten Vergabeverfahrens berücksichtigen können. Stimmen Aussagen des AFET‑Vorsitzenden David McAllister (EPP, DE), des INTA‑Vorsitzenden Bernd Lange (S&D, DE), des AFET‑Berichterstatters Javi López (S&D, ES) und des INTA‑Berichterstatters Borja Giménez Larraz (EPP, ES) sind online verfügbar. Nächste Schritte Das Plenum wird voraussichtlich während der Plenarsitzung im Juli 2026 in Straßburg über das MGA abstimmen. Nach dem Zustimmungsbeschluss kann der Rat das Abkommen formell abschließen; im Anschluss muss es von allen EU‑Mitgliedstaaten und Mexiko ratifiziert werden, bevor es vollständig in Kraft tritt. Ebenfalls im Juli werden sowohl der Ausschuss für internationalen Handel als auch das Plenum voraussichtlich über das interimistische Handelsabkommen (iTA) abstimmen, das die handelsrelevanten Teile des umfassenderen Abkommens umfasst und darauf abzielt, Handelsvorteile früher gelten zu lassen, während auf die vollständige Ratifizierung des MGA gewartet wird. Hintergrund Mexiko ist ein strategischer Partner der EU und der zweitgrößte Handelspartner in Lateinamerika. Die EU ist Mexikos drittgrößter Handelspartner und zweitgrößter Exportmarkt. Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Mexiko werden derzeit durch die Handelssäule eines Abkommens von 2000 geregelt, das als EU‑Mexiko Wirtschaftspartnerschaft, Politische Koordinierung und Kooperationsabkommen (auch als „Globalabkommen“ bezeichnet) bekannt ist. Am 22. Mai 2026 haben die EU und Mexiko das MGA und das iTA unterzeichnet.