Am Dienstag wurden in Aachen drei Projekte aus Estland, Frankreich und Spanien mit dem Europäischen Charlemagne Jugendpreis 2026 ausgezeichnet. Jährlich wählen das Europäische Parlament und die Stiftung für den Internationalen Karlspreis zu Aachen drei von Jugendlichen getragene Initiativen aus, die die Demokratie stärken, aktive Bürgerschaft fördern und Gemeinschaften zusammenbringen. Erster Preis – ATHENA – Advancing Women's Leadership in Inclusive Democracy, Estland Das Projekt unterstützt die demokratische Beteiligung und Führung junger Frauen in Estland. Die Initiative hilft Mädchen und Frauen im Alter von 16 bis 26 Jahren, Selbstvertrauen, Kompetenzen und Netzwerke zu entwickeln, die sie benötigen, um eine aktive Rolle im zivilgesellschaftlichen Leben und in Entscheidungsprozessen einzunehmen. Dabei werden Barrieren adressiert, die Frauen häufig von politischer Teilhabe abhalten, wie eingeschränkter Zugang zu Mentoring, professionellen Netzwerken und institutionellen Räumen. Der erste Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Zweiter Preis – Pol – Bekämpfung von Desinformation und Stärkung der Bürgerbeteiligung durch eine App!, Frankreich Pol ist eine politische Beteiligungs-App, die Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, über derzeit im französischen Nationalparlament diskutierte Gesetze abzustimmen und an Meinungsumfragen teilzunehmen. Die App richtet sich insbesondere an junge Menschen, die sich oft von der traditionellen Politik entfremdet fühlen. Indem gesetzgeberische Prozesse greifbarer und verständlicher gemacht werden, zielt Pol darauf ab, demokratische Abkapselung zu verringern und Desinformation durch faktenbasierte Kontextualisierung entgegenzutreten. Der zweite Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Dritter Preis – European Guanxi, Spanien European Guanxi ist ein Netzwerk zur Stärkung fundierter europäischer Analysen zu China und zu den Beziehungen zwischen der EU und China. Gegründet von jungen Europäern als Reaktion auf das Fehlen einer europaweiten Plattform, die junge Menschen mit China-Interesse verbindet, zielt das Netzwerk darauf ab, die europäische Kohäsion in China-Fragen zu stärken, die demokratische Beteiligung zu unterstützen und zu einer kohärenteren europäischen Stimme in internationalen Angelegenheiten beizutragen. Der dritte Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Hintergrund Der Europäische Charlemagne Jugendpreis, der gemeinsam vom Europäischen Parlament und der Stiftung für den Internationalen Karlspreis zu Aachen vergeben wird, steht Projekten junger Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren mit starkem EU-Bezug offen. Seit 2008 haben über 7.600 Projekte am Wettbewerb teilgenommen. Jährlich wählen nationale Jurys ein Projekt aus jedem EU-Mitgliedstaat aus. Die 27 nationalen Jugendsieger werden zur Preisverleihung eingeladen, wo eine europäische Jury die drei europäischen Preisträger bestimmt. Die Preisverleihung fand im Vorfeld der Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen statt. Für Österreich ist die Auszeichnung solcher Projekte positiv relevant, weil sie: junges Engagement und politische Bildung fördert, von dem auch österreichische Jugendliche profitieren können, Modelle gegen Desinformation vorstellt, die in österreichischen Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen adaptierbar sind, die europäische Vernetzung und Kohärenz in außenpolitischen Debatten stärkt, was Österreichs Interessen in der EU-Diplomatie zugutekommen kann.