„Deaf“ des spanischen Regisseurs Eva Libertad hat den LUX Audience Award 2026 gewonnen. Gewählt wurde der Film gemeinsam von EU-Bürgerinnen und -Bürgern sowie den Abgeordneten des Europäischen Parlaments. „Der LUX Audience Award lenkt den Blick auf Filme, die uns Einblicke in Erfahrungen jenseits der unseren öffnen. Der diesjährige Gewinner, Deaf, tut genau das – mit Mut, Wärme und seltener Authentizität“, sagte die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Sabine Verheyen. „Regisseurin Eva Libertad schenkt uns ein unvergessliches Fenster in das Leben einer gehörlosen Frau, die sich in der Mutterschaft in einer Welt zurechtfinden muss, die nicht für sie gebaut ist. Der Film fordert uns auf, anders zuzuhören und ein Europa aufzubauen, in dem niemand ungehört bleibt.“ Regisseurin Eva Libertad fügte hinzu: „Ich hoffe, dass dieser Preis den Fokus auf die gehörlose Gemeinschaft und die Vielfalt der Menschen in Europa richtet und Inklusionspolitiken fördert, die ihre Lebensbedingungen verbessern. Ich bin zuversichtlich, dass er dazu beiträgt, dass die Gesellschaft Vielfalt nicht länger als Problem, sondern als menschlichen Reichtum begreift.“ Zu den weiteren vier nominierten Filmen gehörten: Christy von Brendan Canty (Irland) It Was Just an Accident von Jafar Panahi (Iran), Gewinner des Sakharov-Preises 2012 Love Me Tender von Anna Cazenave Cambet (Frankreich) Sentimental Value von Joachim Trier (Norwegen) Über den Gewinner: Das Drama erzählt die Geschichte von Ángela, einer gehörlosen Frau, die mit ihrem hörenden Partner ein Kind erwartet. Ángelas Sorgen um die Mutterschaft und ihre Kommunikationsfähigkeit wachsen, als sie sich der Realität gegenübersieht, ein Kind in einer Welt großzuziehen, die nicht für sie gebaut ist. Die Gewinnerin wurde von Bürgerinnen und Bürgern in ganz Europa sowie den Mitgliedern des Europäischen Parlaments gewählt; die Stimmen der Öffentlichkeit und der Abgeordneten flossen zu je 50 % in das Endergebnis ein. Nach der Preisverleihung findet gegen 19:15 Uhr ein Pressetermin außerhalb des Saals SPAAK 03C050 (vor dem Plenarsaal) mit der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Sabine Verheyen, einer Vertreterin des Gewinnerfilms, der Vorsitzenden der European Film Academy Ada Solomon und dem Ehrenpräsidenten des Auswahlkomitees des LUX Audience Award Mike Downey statt. Der Pressetermin wird webbstreamed. Zum LUX Audience Award: Über den LUX Audience Award, einen einzigartigen paneuropäischen Publikumsfilmpreis, unterstützt das Europäische Parlament seit 2007 die Verbreitung europäischer Filme und stellt für alle nominierten Filme Untertitel in 24 EU-Sprachen bereit. Diesmal wurden – im Einklang mit dem Engagement des Parlaments für Barrierefreiheit – die nominierten Filme erstmals auch mit Untertiteln für Gehörlose und Schwerhörige versehen. Das Europäische Parlament arbeitet mit der European Film Academy, der Europäischen Kommission und dem Netzwerk Europa Cinemas zusammen, um ein breiteres Publikum zu erreichen und die Verbindung zwischen Bürgern und Politik zu stärken. Die bereichsübergreifende Förderung von Barrierefreiheit und die erhöhte Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen haben positive Relevanz für Österreich, indem sie Inklusionsdebatten anregen, kulturelle Teilhabe verbessern und barrierefreie Filmangebote auch hierzulande stärken können.