Ein politisches Abkommen wurde heute erzielt, um den EU Talent Pool einzurichten, eine digitale Plattform, die die Rekrutierung von Drittstaatsangehörigen für Arbeitsplätze in der EU erleichtert. Am Dienstagnachmittag erzielten die Verhandler des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten eine Einigung mit dem Rat über die Schaffung der EU Talent Pool-Plattform. Diese digitale Plattform wird die Rekrutierung für Arbeitsplätze in den EU-Mitgliedstaaten erleichtern und steht den Mitgliedstaaten freiwillig zur Teilnahme offen. Stellenangebote, die auf der Liste der EU-weiten Mangelberufe stehen, mit möglichen nationalen und regionalen Anpassungen und solche, die zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen, werden mit Nicht-EU-Jobuchenden abgeglichen. Der Prozess ist für Jobuchende und Arbeitgeber kostenlos. Die teilnehmenden Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass alle beteiligten Arbeitgeber und Einrichtungen - wie Zeitarbeitsagenturen oder Arbeitsmarktvermittler - rechtmäßig in einem teilnehmenden EU-Land niedergelassen sind und die relevanten EU- und nationalen Gesetze bezüglich fairer Rekrutierung, angemessener Arbeitsbedingungen, Nichtdiskriminierung, Schutz vor nachteiliger Behandlung und Menschenhandel einhalten. Die Einhaltung dieser Gesetze wird streng überwacht, und Verstöße können zur Aussetzung oder Entfernung von Arbeitgebern von der Plattform führen. Jobuchende, die interessiert sind, können sich registrieren und Profile erstellen, die für Arbeitgeber sichtbar sind und relevante Fähigkeiten und Qualifikationen anzeigen. Die Verhandlungsführer sicherten sich, dass Fähigkeiten, die im Rahmen einer EU Talent Partnerschaft oder bilateralen Vereinbarungen entwickelt oder validiert wurden, in den Profilen der Jobuchenden gekennzeichnet werden. Die teilnehmenden EU-Länder haben die Freiheit, die Einwanderungsverfahren zu beschleunigen, um eine schnellere Rekrutierung von Jobuchenden aus dem EU Talent Pool zu ermöglichen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Registrierung oder Auswahl für eine Stelle über die Plattform keine Garantie für die Erteilung von Arbeits- und Aufenthaltserlaubnissen darstellt, da diese weiterhin den Einwanderungsverfahren in den einzelnen Mitgliedstaaten unterliegen. Die Kommission wird die Öffentlichkeit über den EU Talent Pool durch Kommunikationsaktivitäten und Informationskampagnen aufklären, in Zusammenarbeit mit den Vertretungen der Union in Nicht-EU-Ländern. Nach dem Treffen sagte die Berichterstatterin Abir Al-Sahlani (Renew, Schweden): "Die heutige Einigung über den Talent Pool ist ein großer Sieg für europäische Unternehmen und unsere Wirtschaft. Wir haben einen weiteren Schritt unternommen, um sicherzustellen, dass unsere Unternehmen aufgrund von Arbeitskräftemangel nicht zurückfallen." Die Einigung muss noch formal vom Parlament und Rat angenommen werden, bevor sie in Kraft treten kann.